Vorschau:
Einmal im Jahr findet bei uns an der Schule der Elternsprechtag statt. Wobei der Begriff „Elternsprechtag“ in meinem Fall unpassend ist – „Elternsprechwoche“ trifft es besser, denn an drei Nachmittagen biete ich den Eltern Gesprächstermine an. In der Vorwoche haben sie einen Brief mit den Terminoptionen bekommen und sollten ankreuzen, wann es ihnen passt. Daraufhin habe ich eingeteilt und Rückmeldung gegeben. Heute habe ich Termine bis 19:30 Uhr angeboten. Ich nutze die Gespräche, um vor dem Klassenzimmer einen Wartebereich zu gestalten. Hier stelle ich das „Franz-Buch“ und ein Fotoalbum aller bisherigen Klassenfotos auf. Zwar verliefen die meisten Gespräche strukturiert und zielführend, allerdings raucht mir jetzt heftig der Kopf. Schließlich hab ich ganze 20 Elterngespräche hinter mir! Während ich die Unterhaltungen reflektiere und versuche meinen Stresspegel zu senken, stelle ich fest, dass einige Gespräche ähnlich verlaufen sind und bilde folgende Kategorien für Elterngespräche: Kategorie A: Die „Alles ist gut“-Gespräche: Vielen Eltern kann ich eine gute Rückmeldung geben und sie sowie hauptsächlich die Kinder loben. Täglich freue ich mich über Fleiß, Konzentration, Ehrgeiz und nicht zuletzt auch eine hohe Lernmotivation der Schüler. Solche Gespräche verlaufen im Regelfall zügig und sind für beide Seiten angenehm. Meistens beende ich diese Unterhaltungen damit, dass ich sage: „Mein Wunsch für die Zukunft ist, dass Sie bitte genauso weiter machen! Haben Sie noch Fragen? Nein? Super, dann haben wir es schon geschafft!“ Dann stehe ich auf, begleite die Eltern zur Tür und wünsche noch einen schönen Tag. Die Eltern sind zufrieden und verlassen mit...