Vorschau:
Vorschaubild / Materialvorschau In Deutschland können mehr als 7 Millionen Menschen nicht richtig lesen und schreiben. Etwa jeder achte bis zehnte Schüler hat Schwierigkeiten mit dem Erlernen des Lesens und/oder Schreibens. Beim Rechnen gehen Schätzungen von fünf bis 20 Prozent der Kinder aus. Der Tag der Legasthenie und Dyskalkulie am 30. September soll auf den besonderen Förderbedarf dieser Kinder und Erwachsenen hinweisen. Uns ist es ein Anliegen, anlässlich dieses Tages aufzuklären und der Stigmatisierung von Menschen mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten und/oder Rechen-Schwierigkeiten entgegenzuwirken. „Legasthenie“ und „Dyskalkulie“: Was ist das? Mit „Legasthenie“ werden anhaltende Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS) bezeichnet. Die Ursachen liegen im Zusammenspiel der individuellen Voraussetzungen eines Kindes (Begabungsprofil, körperliche Voraussetzungen wie Hör- und Sehverarbeitung) und zahlreicher äußerer Faktoren (wie etwa Schule, Elternhaus). „Dyskalkulie“ oder „Rechenschwäche“ bezeichnet anhaltende Schwierigkeiten eines Kindes bei den Grundrechenarten Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Kennzeichnend für besondere Rechen-Schwierigkeiten ist daher ein dauerhaftes Leistungsversagen im Fach Mathematik: Die Kinder können die von der Schule geforderten Leistungen nicht angemessen erbringen. In der Folge werden die Schülerinnen und Schüler häufig trotz Nachhilfe mit schlechten Noten bewertet, nicht selten müssen sie eine Klasse wiederholen. „Legasthenie“ und  „Dyskalkulie“ sind keine Krankheiten Kinder, die anhaltende Schwierigkeiten mit dem Lesen, Schreiben oder Rechnen haben, sind weder krank noch „gestört“ oder behindert. Betroffene leiden unter einer Stigmatisierung und verlieren aufgrund einer entsprechenden Diagnose häufig ihre Motivation. Die Begriffe „Legasthenie“ und „Dyskalkulie“ selbst sind daher eher kontraproduktiv. Sie suggerieren, dass die Lernschwierigkeiten erstens ausschließlich auf den Voraussetzungen des Kindes beruhen würden und zweitens im Sinne einer „Krankheit“ oder „Störung“ kaum veränderbar seien. Dabei können auch anhaltende  Schwierigkeiten mit angemessener Unterstützung meist weitgehend überwunden oder zumindest kompensiert werden. So finden die Kinder oft kreative und intelligente Wege, in der Schule zurechtzukommen. Wichtig ist, dass betroffene Kinder frühzeitig eine individuelle Förderung bekommen. Doch woran erkennt man, dass ein Kind wirklich Hilfe braucht? Woran erkennt man LRS? Jedes Kind durchläuft beim Erlernen des Lesens und Schreibens Phasen mit zahlreichen Fehlern. Es gibt keine speziellen „LRS- oder Legasthenie-Fehler“. Nur kommen die Fehler und Schwierigkeiten häufiger vor und bleiben hartnäckiger bestehen: wiederkehrende Verwechslung ähnlich klingender Laute und Lautkombinationen (Grone statt Krone, Kachte statt Karte, Schein statt Schwein) anhaltende Schwierigkeiten mit der richtigen Reihenfolge der Buchstaben (Ruam statt...