Veröffentlicht am 08. September 2026 um 02:00 Uhr:

„Eine Gefahr für unser Zusammenleben“

„Die Schule bekommt das Aufeinanderprallen gesellschaftlicher Entwicklungen ab, die sie selbst nicht verursacht hat und mit ihren aktuellen Ressourcen kaum abfedern kann. Damit sind die PISA-Ergebnisse kein Zeugnis für schlechten Unterricht – sie sind eine Quittung für gesellschaftliche Entwicklungen. Denn wenn selbst die skandinavischen Vorbilder einbrechen, dann liegt das Problem nicht (nur) im Klassenzimmer. Das Aufwachsen in einer digitalen Umgebung, das damit einhergehende Umgehen mit Texten und künstlicher Intelligenz und die sinkenden Möglichkeiten familiärer Unterstützung wirken in die Schule. Wenn dann noch ein beispielloser Lehrkräftemangel und schlechte Ausstattung dazukommen, kann es Schule nicht gelingen, den Bildungserfolg vom sozio-ökonomischen Status der Eltern abzukoppeln. Doch alle Kinder brauchen Basiskompetenzen. Deshalb muss Politik über Einzelprojekte hinaus endlich eine vernetzte Förderkulisse bereitstellen, die nicht nur einzelne Herausforderungen adressiert, sondern den Schulen die Möglichkeit gibt, die beste Umgebung bereitzustellen“, fordert der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Tomi Neckov, mit Blick auf die Ergebnisse der OECD-Studie „PISA 2025“.Fehlende Bedingungen für gute FörderungNur 18 Prozent der Schüler:innen in Deutschland lernen an Schulen ganz ohne Lehrkräftemangel. Damit liegt Deutschland deutlich unter dem OECD-Durchschnitt. So erklärt sich auch, weshalb Deutschland bei dem Index „Unterstützung der Lehrkräfte“ schlechter abschneidet. Der VBE-Chef kommentiert: „Unterstützung kann dort besonders gut erfolgen, wo man sich Zeit nehmen kann. Die haben wir aber oft nicht. ...

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