Veröffentlicht am 26. Juli 2026 um 22:44 Uhr:

„The Score“ von C. Thi Nguyen

Zuletzt las ich das Buch „The Score“ des Philosophen C. Thi Nguyen, der intensiv erforscht hat, warum Menschen spielen und der in seinem Buch beschreibt,  wie Punktesysteme (Scores) und Kennzahlen (Metriken) unser Handeln und unsere Werte beeinflussen. Auf das Buch gestossen bin ich durch eine letztlich falsche Annahme: Meine Samsung-Galaxy Watch hat ein Update erhalten, durch das sie allerhand medizinische Daten durch Werte (Scores) übersichtlich darstellt und mich dazu verleiten möchte, gesünder zu leben. Eine kritische Auseinandersetzung mit derlei Entwicklungen war meine Motivation für das Buch – letztlich musste ich aber feststellen, dass Smartwatches und Fitnesstracker praktisch keine Rolle darin spielen. Stattdessen wird der Rahmen sehr, sehr viel weiter gefasst. Nguyen unterscheidet zunächst zwei Arten, ein Spiel zu spielen: Beim „strebensorientierten Spiel“ ist der Sieg nur ein vorübergehendes Ziel, um einen spannenden Prozess oder Kampf zu erleben („der Weg ist das Ziel“). Beim Leistungsspiel hingegen geht es um den Sieg – der Prozess ist irrelevant. Nguyen berichtet, dass er lange Zeit gerne geklettert ist, bis er jene Scores entdeckte, die sozusagen den Level eines Kletterers beschreiben. Von da an war er bemüht, seinen Score nach oben zu treiben und verlor darüber den Spaß am Klettern. Synonym kann man das bei langjährigen Influenzern erleben: Sie sind gestartet mit der Freude ...

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