Gastartikel von Liam Mörker, Fokus Nachhilfe In der Klasse haben Sie es geübt. Erst die Aufgabe zweimal lesen, dann im Heft nachschauen, und erst wenn das nicht weiterhilft, die Hand heben. Ein Kind, das diese Reihenfolge kann, arbeitet selbstständiger. Am Nachmittag, am Küchentisch, ist diese Reihenfolge oft wieder weg. Dort sitzt kein Banknachbar, dafür ein Erwachsener, der die Lösung kennt und gerade Zeit hat. Der Weg zur fertigen Antwort ist kürzer als der Weg zum eigenen Denken. Ich sehe das seit Jahren, weil wir mit Fokus Nachhilfe Familien beim Lernen zu Hause begleiten. Und ich glaube, an diesem Punkt geht viel von Ihrer Arbeit im Unterricht wieder verloren, ohne dass es jemandem auffällt. Der gute Wille kippt schnell Die meisten Eltern wollen helfen, und sie helfen zu viel. Nicht aus Ehrgeiz, sondern aus einem Reflex. Man sieht das Kind ringen, man kennt die Lösung, also sagt man sie. Kurz ist Ruhe. Was das Kind dabei lernt, ist aber vor allem eines: Am Ende springt jemand ein. Dazu kommt ein zweiter Punkt, der leicht übersehen wird. Zu Hause wiegt ein Fehler schwerer als in der Klasse. Im Unterricht ist ein falsches Ergebnis eines von zwanzig. Am Küchentisch ist es das einzige, und ein Elternteil schaut zu. Viele Kinder werden dadurch vorsichtiger und trauen sich weniger zu, als sie im Klassenzimmer zeigen. ...
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"Wenn Eltern nach dem Unterricht zu Hilfslehrern werden"
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